Wildunfälle: Was Sie wissen sollten
Rehe, Hasen und andere Wildtiere sind ein faszinierender Teil unserer Natur. Dennoch kommt es immer wieder zu gefährlichen Begegnungen zwischen Tier und Fahrzeugen, besonders in der Dämmerung.
Tatsächlich ereignet sich statistisch gesehen etwa alle zwei Minuten ein Wildunfall.
Für Autofahrer bedeutet das nicht nur einen erheblichen Sachschaden, sondern unter Umständen auch ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko. Wir haben deshalb die Antworten auf oft gestellte Fragen:
- Wie hoch ist die Unfallquote durch Wild?
Fast jedes Jahr liegt die durch Wild verursachte und versicherungsrelevante Unfallzahl auf deutschen Straßen bei über 250.000 Fällen. - Ist es nur im Frühling und Herbst gefährlich?
Nein! Die Jahreszeit spielt im Vergleich zur Tageszeit eine untergeordnete Rolle. Im Zeitraum von Mitte Juli bis Mitte Oktober ist jedoch aufgrund Paarungszeit von Reh- und Rotwild noch mehr Vorsicht geboten. In der Dämmerung und in den Nachtstunden sollten Autofahrer besonders aufmerksam sein. Wenn Sie Warnschilder sehen, sollten Sie Ihre Fahrweise der Situation anpassen. Vor allem auf Landstraßen, die an Wiesen, Feldern oder Wälder grenzen, ist es wichtig, die Geschwindigkeit zu verringern und vorausschauend zu fahren. - Was kann ich tun, wenn ich am Straßenrand Tiere sehe?
Schalten Sie das Fernlicht ab. Das Blenden verwirrt die Tiere und manchmal laufen sie instinktiv und orientierungslos auf die Lichtquelle zu. Durch die Hupe können die Tiere verscheucht werden, weg von der Lärmquelle. - Sollen Autofahrer versuchen, dem Wild auszuweichen?
Wenn es schon fast zu spät ist, müssen Sie sich manchmal binnen Sekundenbruchteilen entscheiden. Dabei gibt es zwei Alternativen: kollidieren oder ausweichen? Letzteres ist bei höherer Geschwindigkeit sehr gefährlich. Nicht selten landet das Auto im Straßengraben oder an einem Baum. Eine Vollbremsung auf Ihrer Fahrbahn mit einer direkten Kollision mit dem Tier ist im Zweifelsfall die für Sie sicherere Wahl. - Soll ich einem verletzten Tier helfen?
Nein! Bitte fassen Sie das Tier nicht an – die Tollwutgefahr und dir Übertragung anderer Krankheiten ist nicht zu unterschätzen. Rufen Sie die Polizei, die den zuständigen Förster oder Jagdpächter hinzuzieht. - Wie wird mein Schaden reguliert?
Durch Haarwild (z.B. Rehe oder Wildschweine) verursachte Schäden am eigenen Wagen übernimmt die Teilkaskoversicherung. Selbstverständlich ist diese auch in der Vollkaskoversicherung enthalten. Hier unterscheiden sich Versicherungen; achten Sie auf die genaue Regelung.
Wenn Sie lediglich eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben, müssen Sie für den Schaden an Ihrem Auto selbst aufkommen. - Außer Haarwild: Sind auch Zusammenstöße mit anderen Tieren über die Teilkasko versichert?
Die Definition für Haarwild findet sich im Bundesjagdgesetz. Neben Rehen, Wildschweinen oder Hasen sind viele weitere Tiere gelistet. Unfälle mit diesen Tieren sind standardmäßig über die Teilkasko abgedeckt. Wer die volle Absicherung möchte, sollte sich nach einem Tarif erkundigen, der „Tiere aller Art“ beinhaltet. Hier wäre dann auch ein Unfall mit einem Pferd, Wolf oder auch Federwild wie z.B. Mäusebussard versichert. - Was ist wichtig für eine zügige Regulierung?
Bitte kontaktieren Sie nach einem Unfall zeitnah Ihre Versicherung, spätestens bevor Sie Ihren Wagen in Reparatur geben. Damit Ihr Schaden schnell reguliert wird, ist die Vorlage einer sogenannten Wildunfallbescheinigung wichtig. Diese bekommen sie von der Polizei, dem Förster oder dem Jagdpächter. Hilfreich sind außerdem Fotos vom Schaden, dem Unfallort und dem angefahrenen Tier. - Zahlt die Versicherung, wenn ich dem Wild ausgewichen und im Graben gelandet bin?
Das kommt darauf an: Für die Leistung der Teilkasko ist entscheidend, dass es einen Wildwechsel mit Haarwild gab und der Fahrer deshalb ausgewichen ist. Dabei gilt: Der Fahrer ist gegenüber seiner Versicherung in der Beweispflicht. Sollten Sie betroffen sein, fotografieren Sie bitte frische Wildspuren oder erkundigen Sie sich danach beim zuständigen Jäger.






