Warum Sie sich eine Liquiditätsreserve in Form eines "Notgroschens" anlegen sollten ...

Reserve und Tilgung

Hier beschäftigen wir uns mit dem Thema “Liquiditätsreserve und Schuldentilgung”.

Bevor man mit dem Vermögensaufbau beginnt, sollte man eine Liquiditätsreserve (“Notgroschen”) ansparen. Aus dieser können dann “außerplanmäßige” Kosten, wie z.B. der Kauf einer neuen Waschmaschine oder die Reparatur des Autos, bestritten werden. Hält man eine solche Reserve nicht vor, besteht in “Notsituationen” die Gefahr, dass einen Kredit aufgenommen werden muss. Dies wiederum führt dazu, dass das Thema “Vermögensaufbau” zeitlich nach hinten verschoben wird. Wir empfehlen, eine Liquiditätsreserve i.H. von drei bis fünf Monatsnettogehältern vorzuhalten. Die Liquiditätsreserve sollte nicht auf dem Girokonto “lagern”. Vielmehr empfiehlt es sich hier, ein kostenloses Tagesgeldkonto zu nutzen. Verschieden Tagesgeldkonten mit Guthabenverzinsung können Sie hier vergleichen und abschließen.

Wer Vermögen aufbauen möchte, sollte konsequenter Weise nach dem Aufbau des “Notgroschens” sämtliche Darlehen (z.B. Konsumkredite, Autokredite oder Baufinanzierungen) so schnell wie möglich zurückzahlen. Der Versuch Schuldentilgung und Vermögensaufbau parallel zu betreiben, führt in den meisten Fällen zu schlechteren Ergebnissen (d.h. zu geringerem Vermögen) als ein serielles (nacheinander stattfindendes) Vorgehen. Folgendes Beispiel soll dies verdeutlichen:

Bei einem leitenden Angestellten (unverheiratet, keine Kinder, Alter: 40 Jahre, Einkommen: 3.000 € netto pro Monat) läuft in ein paar Wochen die Zinsbindung für ein Darlehen aus, dass er vor einigen Jahren für den Erwerb einer selbstgenutzten Eigentumswohnung aufgenommen hat. Die Restschuld des Darlehens beträgt zum Ablauf der Zinsbindung 100.000 €.  Bisher hat er für das Darlehen monatlich 950 € an Zins und Tilgung an die Bank geleistet. Neben dem Darlehen befinden sich auf einem Girokonto 50.000 € aus einer kürzlich erhalten Erbschaft. Außerdem verfügt der Kunde über freie monatliche Mittel i.H. von 200 €. Er konsultiert seinen Versicherungs- u. Finanzmakler, da er zum einen ein Angebot für die Verlängerung seines Darlehens haben möchte. Zum anderen verspürt er den Wunsch, etwas für das “Alter” auf die Seite zu legen.

Variante 1: Schuldentilgung und Vermögensaufbau finden gleichzeitig statt

Er ist geneigt, das Darlehen für 10 Jahre zu einem nominalen Zins von 2,75% p.a. zu verlängern. Die monatliche Rate (bestehend aus Zins u. Tilgung) soll unverändert 950 € betragen. Unter diesen Voraussetzungen wird er das Darlehen in ca. 10 Jahren komplett getilgt haben. Von den 50.000€ möchte er 40.000 € langfristig und sicher anlegen (die restlichen 10.000 € sollen als “Notgroschen” auf dem Girokonto verbleiben). Daher möchte er die 40.000 € und die freien monatlichen Mittel i.H. von 200 € in eine Rentenversicherung einzahlen. Er kalkuliert hier mit einer Rendite von 2,25% p.a. nach Kosten. In zehn Jahren würde das Vertragsguthaben unter dieser Annahme 76.800 € betragen.

Variante 2: Schuldentilgung und Vermögensaufbau erfolgen nacheinander

Der Kunde nutzt die 40.000 € auf seinem Girokonto und reduziert damit den zu verlängernden Darlehensbetrag auf 60.000 €. Ferner erhöht er mit den freien monatlichen Mitteln den Rückzahlungsbetrag auf 1.150 € pro Monat. Somit ist das Darlehen nach 4 Jahren und 8 Monaten komplett getilgt. Ihm verbleiben nun noch 5 Jahre und 4 Monate, um in eine Rentenversicherung einzuzahlen (Rendite auch hier 2,25% p.a.). Da er nun keine Raten für das Darlehen mehr zahlen muss, bespart er die Rentenversicherung mit 1.150 € pro Monat. In zehn Jahren würde das Vertragsguthaben unter dieser Annahme 78.000 € betragen.

Variante 2 bringt dem Kunden somit gegenüber der Variante 1 ein um 1.200€ höheres Endvermögen. Der Grund dafür ist die negative Zinsdifferenz in Variante 1. Auf der einen Seite zahlt der Kunde einen Zins von 2,75% p.a. an die Bank. Auf der anderen Seite erhält er aber nur 2,25% p.a. für sein Kapital. In diesem Fall ist somit die Schuldentilgung die bessere Kapitalanlage.

Natürlich kann der Kunde versuchen, durch das Eingehen eines höheren Risikos eine höhere Rendite zu erreichen. Er könnte sein Kapital z.B. in Aktien investieren und auf eine höhere Rendite als 2,75% p.a. hoffen. Das Ganze kann sich für den Kunden ausgehen, es kann aber auch schlecht für ihn laufen. Daher sollte er im Zusammenhang mit einer Finanzierung auf ein solches Aktieninvestment verzichten und mit dem Kapital seine Schulden tilgen bzw. die Rückzahlung beschleunigen.

Mehr zum Thema “Ratenkredit” finden Sie hier. Dort können Sie sich für Ihre Baufinanzierung einen Überblick über die aktuellen Zinssätze am Markt verschaffen. Ferner können Sie die Konditionen verschiedenster Banken für Ratenkredite vergleichen und sofort online beantragen.

Zusammenfassung:

Bevor mit dem eigentlichen Vermögensaufbau begonnen werden kann, sollte ein “Notgroschen” i.H. von 3-5 Monatsgehältern (netto) auf einem Tagesgeldkonto angespart werden. Danach sind bestehende Kredite schnellstmöglich zu tilgen.

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