erstellt von Mike Richter

Hier erfahren Sie, welche Gefahren lauern, wenn Sie dieses Thema nicht geregelt haben. Der Gesetzgeber hat hier nämlich ein paar böse Überraschungen eingebaut.

Mit dieser Fragestellung habe ich mich selbst vor einiger Zeit beschäftigt. Im Rahmen meiner Recherche habe ich Fakten erhalten, die mich einigermaßen nachdenklich gestimmt haben.

Ich bin Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH und verheiratet. Zu Beginn meiner Recherche war ich der Meinung, dass meine Frau meinen Platz in der Gesellschafterversammlung einnimmt, wenn ich aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls dauerhaft nicht in der Lage bin, meine Angelegenheiten selbst zu regeln. Somit wäre dann auch sichergestellt, dass ein neuer Geschäftsführer bestellt werden kann, der die Geschäfte meiner GmbH weiterführt.

Mit meiner Annahme war ich allerdings komplett auf dem „Holzweg“. Der Gesetzgeber sieht nämlich für den Fall, dass hier nichts geregelt ist, das Folgende vor:

  • Das zuständige Gericht wird einen gesetzlichen Betreuers für meine privaten u n d für meine gewerblichen Geschäfte bestellen.
  • Wer gesetzlicher Betreuer wird. liegt in der Hand des zuständigen Gerichts. Dieses k a n n meine Ehefrau (oder auch einen anderen Familienangehörigen) als meinen gesetzlichen Betreuer bestellen. Es kann aber auch einen externen Betreuer bestellen, der solche Dinge gewerbsmäßig übernimmt. Seine Betreuungstätigkeit stellt er mir dann in Rechnung.
  • Der gesetzliche Betreuer (Familienangehöriger oder externer Betreuer) vertritt mich dann auch in meiner Funktion als Gesellschafter in der Gesellschafterversammlung. Er entscheidet somit auch über die Zukunft meiner Firma.

Somit kann es also passieren, dass in einer Gesellschafterversammlung auf einmal ein vollkommen fremde Person sitzt, wenn der eigentliche (Mit-)Gesellschafter aufgrund Krankheit oder Unfall nicht in der Lage ist, seine Geschäfte selber zu erledigen. Da ich in meiner GmbH der einzige Gesellschafter bin, hätte er also sämtliche Entscheidungen einer Gesellschafterversammlung mit sich selber „auszuknobeln“. Nun liegt es in der Natur der Sache, dass ein externer Betreuer keinerlei Bezug zur Firma hat und sich ggf. mit dem von der GmbH ausgeübten Gewerbe in keinster Weise auskennt. Das kann dann natürlich auch fatale Folgen für die Unternehmung haben.

Daher lautet meine Empfehlung für Sie: Regeln Sie Ihre Vertretung für den Fall, dass Sie dauerhaft Ihre Geschäfte nicht selber regeln können. Die Lösung hierfür ist eine Vorsorgevollmacht, die um eine eine sog. Unternehmervollmacht für den gewerblichen Bereich ergänzt wird. Eine solche Vollmacht bekommt man bei Notaren, Rechtsanwälten oder bei spezialisierten Servicedienstleistern. Notare verrechnen Ihnen dafür eine Geschäftsgebühr, die von Ihrem Vermögen abhängt. Rechtsanwälte rechnen i.d.R. auf Stundenbasis ab. Spezialisierte Servicedienstleister verrechnen oft einen fixen Pauschalbetrag. Ihr persönlicher Zeitaufwand sollte bei max. 90 Minuten liegen.


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